Unisextarife

By | 18. Juli 2016

Unisextarife: Vor- und Nachteile für Versicherungsteilnehmer

Mit den individuellen Verträgen hat es in der Versicherungsbranche erst einmal ein Ende, zumindest was die Geschlechter angeht. Die Versicherungsgesellschaften sind ab Dezember gezwungen, sogenannte Unisextarife anzubieten, die für Frauen und Männer gleich teuer sind. Wer davon profitiert, und wer draufzahlen muss, ist schwierig zu beurteilen.

Private Rente: für Männer unattraktiver

Bei der privaten Rentenversicherung sind die Männer in jedem Fall im Nachteil: Sollte ein über eine Versicherung angesparter Betrag in eine lebenslange, monatliche Rente umgewandelt werden, bekämen Männer stets größere monatliche Zahlungen als Frauen. Der Grund: Die statistisch ermittelte Lebenserwartung von Männern ist geringer als die von Frauen, damit Teilen sich die Rentenbeträge auf einen kürzeren Zeitraum auf. Zukünftig werden beide Geschlechter dieselben Zahlungen erhalten – für Männer wird der Betrag deutlich sinken. Unangenehmer Nebeneffekt: Branchenexperten gehen davon aus, dass immer weniger Männer Rentenverträge abschließen werden. Durch den sinkenden Männeranteil werden die Konditionen noch unattraktiver.

Auch Umstellung von Betriebsrentenverträgen erwartet

Selbst die Betriebsrente bleibt von diesem Umbruch nicht unberührt. Obwohl laut Gerichtsbeschluss nur privatrechtliche Verträge betroffen sind und Betriebsrentenverträge weiterhin unterschiedliche Konditionen anbieten dürften, werden wohl auch viele Arbeitgeber ihr Angebot umstellen. Der Grund: Kommt es später zu einer Klage, könnte der Arbeitgeber womöglich haften. Aus diesem Grund gehen viele Betriebe auf Nummer sicher. Einen Ansturm auf Rentenverträge kann die Versicherungsbranche allerdings nicht verzeichnen. Viele Interessenten sind eher unsicher und hoffen auf günstige Verträge nach der Umstellung. Eine Beratung, z.B. bei einem Unternehmen wie dem AWD, kann aber auch zum jetzigen Zeitpunkt nicht schaden: Viele Anbieter bieten an, bei günstigeren Konditionen in einen der neuen Tarife wechseln zu können.

Beratung lohnt sich

Auch wenn Männer an einigen Stellen von der Umstellung auf Unisextarife sicher profitieren können, für private Verträge zur Rentenversicherung gilt das sicher nicht. Denn ihre im Vergleich zu Frauen kürzere Lebenserwartung hat bisher dafür gesorgt, dass die monatlichen Rentenzahlungen höher ausgefallen sind, als bei den Frauen. Der Einheitstarif wird aber dafür sorgen, dass die Männer die Frauen in gewisser Hinsicht subventionieren. Auch wenn das Gerichtsurteil, welches die neuen Tarife ausgelöst hat, nur für Privatverträge gilt, ist bald auch mit einer Umstellung von Betriebsrenten zu rechnen.

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